Das Kreislaufsystem des Menschen passt sich ständig den körperlichen Erfordernissen an. Dabei ist der arterielle Blutdruck gewissen Schwankungen unterworfen. Er ist primär abhängig von der Kontraktionskraft des Herzmuskels und der Elastizität der arteriellen Blutgefäße.
Gleichzeitig unterliegt er dem Einfluss innerer und äußerer Faktoren, die sich auf das hormonelle Gleichgewicht und die Steuerungsfunktionen des vegetativen Nervensystems auswirken. Darüber hinaus schwankt der Blutdruck tageszeitlich sowie im Rhythmus körperlicher und geistiger Aktivität.
Man spricht dann von Bluthochdruck oder auch arterieller Hypertonie, wenn die Druckwerte des Kreislaufsystems chronisch erhöht sind. Für seine Entstehung kann es die verschiedensten Ursachen geben und es wird zwischen primärer und sekundärer Hypertonie unterschieden.
Primäre Hypertonie
Bei einem Großteil der Patienten – man vermutet einen Anteil von bis zu 95% – kann für die Entstehung des erhöhten Blutdrucks keine direkte Ursache gefunden werden. In diesem Fall handelt es sich um eine primäre oder essenzielle Hypertonie. Sie ist die häufigste Form des Bluthochdrucks und tritt vor allem bei Vorliegen einer familiären Disposition auf. Dies deutet auf genetische Ursachen hin, welche mit steigendem Alter eine Abnahme der Gefäßelastizität und damit eine erhöhte Pumpleistung des Herzens bewirken.
Einige Faktoren können wesentlich zur Ausbildung einer primären Hypertonie beitragen. Dazu gehören Übergewicht, verminderte körperliche Aktivität, anhaltender Stress, erhöhter Alkoholkonsum und das Rauchen. Auch Erkrankungen wie Diabetes oder Störungen im Fettstoffwechsel können die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen.
Sekundäre Hypertonie
Bei sekundärer Hypertonie liegt erhöhter Blutdruck als Folge einer organischen Erkrankung vor. Dies ist bei etwa 15% der Hochdruck-Patienten der Fall. Sehr oft treten Funktionsstörungen in den Nieren auf, die auf eine Schädigung des Gewebes durch chronische Entzündungen zurückzuführen sind. Die daraus resultierende verminderte Salzausscheidung geht mit einer Änderung der osmotischen Bedingungen einher und trägt somit direkt zur Entstehung von Bluthochdruck bei.
Eine durch sklerotische Bindegewebserkrankungen ausgelöste Querschnittsverengung der Nierenarterie bewirkt eine Minderdurchblutung des Gewebes und aktiviert damit das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), wodurch ebenfalls ein Blutdruckanstieg zu verzeichnen ist. Dieser Mechanismus wird gleichermaßen durch einen erhöhten Aldosteron-Spiegel ausgelöst, der bei Patienten auftritt, die am Conn-Syndrom erkrankt sind.
Weitere Ursachen können ein hormonelles Ungleichgewicht infolge einer Schilddrüsenüberfunktion oder sympathikotone Weckreaktionen bei Vorliegen eines Schlafapnoe-Syndroms sein.
Mitunter sind auch anatomische Besonderheiten für eine Erhöhung des Blutdrucks verantwortlich. In manchen Fällen sorgt eine angeborene Verengung der Hauptschlagader für eine Druckerhöhung im Kreislaufsystem.