Unsere Welt wird immer schnelllebiger, Jobs werden Anspruchsvoller, Familiensituationen komplizierter. Da ist es kein Wunder, wenn man an dem einen oder anderen Tag folgenden Satz von sich gibt: „Mann, bin ich gestresst!“ Dies sollte allerdings nicht zur Gewohnheit werden, denn dauerhafte Belastung durch Stress kann krank machen. Normalerweise ist Stress eine biologisch notwendige Funktion, welche dazu dient, besser mit Gefahrensituationen umgehen zu können. Durch Stress wird der Körper in einen Zustand der Anspannung versetzt, welcher ein effektives Reagieren auf Bedrohungen ermöglicht. Durch Stress findet eine vermehrte Ausschüttung des Hormons Adrenalin statt. Dieses verantwortet eine erhöhte Muskelspannung, hohen Blutdruck und steigert den Blutzuckerspiegel. Zudem dämpft Stress die Hirnrindenareale, welche für das logische Denken verantwortlich sind. Primitive Gehirnanteile, also das Instinktverhalten, gewinnen jedoch an Bedeutung. In Zeiten, als der Mensch noch als Jäger und Sammler durch die Wälder streifte, war dies notwendig, um Fluchtreaktionen vor beispielsweise gefährlichen Raubtieren zu gewährleisten. Damit wurde das Überleben gesichert. In unserer modernen Welt sind wir solchen Gefahren jedoch nicht ausgesetzt, daher werden Stressreaktionen eigentlich nicht mehr wirklich benötigt. Es gibt sie dennoch, die körperlichen Reaktionen auf Stress. Dieser wird von vielen Faktoren ausgelöst: angefangen bei Umweltlärm, hin zu großem Druck am Arbeitsplatz oder Konflikte in Partnerschaften und Familien. Wird Stress dauerhaft ertragen oder verdrängt, dann können die Reaktionen anhalten und somit Krankheiten auslösen. Folgen sind in jedem Fall eine erhöhte Produktion der Hormone Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin. Diese vermehrte Ausschüttung führt über einen längeren Zeitraum hinweg zu Schäden an den Gefäßen. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden davon verursacht. Stress ist neben Nikotin und Fettstoffwechselerkrankungen einer der Hauptgründe für einen Herzinfarkt. Auch das Nervensystem trägt Schäden davon: so kommt es zu einem Verlust von Hirnmasse. Zudem werden durch Stress viele negative Emotionen ausgelöst, zum Beispiel Wut, Trauer oder Angst.