Blutdruck-Tagebuch fuehren: So dokumentieren Sie Ihre Werte richtig
Blutdruck-Tagebuch richtig fuehren: Was eintragen, wann messen, Vorlage zum Ausdrucken und digitale Alternativen. So unterstuetzen Sie Ihre Therapie.
Medizinisch geprüft
Dieser Artikel wurde von unserem medizinischen Redaktionsteam geprüft und entspricht aktuellen medizinischen Leitlinien. Zuletzt aktualisiert am 7. Februar 2026.
Ein einzelner Blutdruckwert sagt wenig aus. Erst wenn Sie Ihre Werte ueber Wochen und Monate dokumentieren, entsteht ein aussagekraeftiges Bild. Genau dafuer gibt es das Blutdruck-Tagebuch: ein einfaches, aber aeusserst wirkungsvolles Werkzeug, das Ihnen und Ihrem Arzt hilft, Ihren Blutdruck besser zu verstehen und die Therapie gezielt anzupassen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie ein Blutdrucktagebuch richtig fuehren, welche Werte Sie eintragen sollten, wann und wie oft Sie messen, und ob ein digitales oder ein gedrucktes Tagebuch besser fuer Sie geeignet ist.
Warum ein Blutdruck-Tagebuch fuehren?
Viele Menschen messen ihren Blutdruck gelegentlich, notieren die Werte aber nicht. Dabei geht wertvolle Information verloren. Ein Blutdruck-Tagebuch bietet mehrere entscheidende Vorteile:
Bessere Therapiesteuerung
Ihr Arzt sieht bei einem Termin immer nur eine Momentaufnahme. Ein einzelner Blutdruckwert in der Praxis kann durch Aufregung, den sogenannten Weisskittel-Effekt, um 20-30 mmHg erhoehter sein als zuhause. Mit einem lueckenlos gefuehrten Blutdruck-Protokoll erkennt Ihr Arzt, wie sich Ihre Werte im Alltag tatsaechlich verhalten: morgens, abends, an stressigen Tagen und an ruhigen Tagen.
Das ist besonders wichtig, wenn:
- Neue Medikamente eingestellt werden: Der Arzt sieht, ob die Dosis wirkt oder angepasst werden muss.
- Sie Ihren Lebensstil aendern: Mehr Sport, weniger Salz, Gewichtsabnahme. Das Tagebuch zeigt, ob die Massnahmen greifen.
- Schwankende Werte auftreten: Manche Menschen haben morgens hohe und abends normale Werte, oder umgekehrt. Ohne Tagebuch bleibt das unentdeckt.
Muster und Ausloeser erkennen
Wenn Sie neben den Blutdruckwerten auch Begleitumstaende notieren (Stress, Schlaf, Sport, Ernaehrung), koennen Sie mit der Zeit Muster erkennen. Vielleicht bemerken Sie, dass Ihr Blutdruck nach schlechtem Schlaf konstant hoeher ist oder dass abendliche Spaziergaenge Ihre Werte spuerbar senken.
Eigenmotivation staerken
Wer seine Fortschritte schwarz auf weiss sieht, bleibt eher am Ball. Ein Blutdruck-Tagebuch macht den Erfolg von Lebensstilaenderungen sichtbar: Die Zahlen sinken, und das motiviert weiterzumachen. Besonders bei nicht-medikamentoesen Massnahmen wie Sport oder Ernaehrungsumstellung kann es Wochen dauern, bis Ergebnisse spuerbar werden. Im Tagebuch sehen Sie die Entwicklung frueher als am eigenen Koerper.
Frueherkennung von Problemen
Ein gut gefuehrtes Blutdrucktagebuch kann helfen, Verschlechterungen fruehzeitig zu erkennen. Wenn Ihre Werte ueber mehrere Tage ansteigen, obwohl Sie Ihre Medikamente regelmaessig einnehmen, ist das ein Signal, fruehzeitig den Arzt zu kontaktieren, noch bevor ernste Komplikationen auftreten.
Was gehoert in ein Blutdruck-Tagebuch?
Ein gutes Blutdruck-Protokoll erfasst mehr als nur die reinen Zahlen. Je vollstaendiger Ihre Eintraege sind, desto wertvoller sind sie fuer Sie und Ihren Arzt.
Die Pflichtangaben
Jeder Eintrag sollte mindestens diese Informationen enthalten:
| Angabe | Beispiel | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| Datum | 07.02.2026 | Zeitlicher Verlauf erkennbar |
| Uhrzeit | 07:15 / 21:30 | Tagesrhythmus sichtbar |
| Systolischer Wert | 138 mmHg | Oberer Blutdruckwert |
| Diastolischer Wert | 85 mmHg | Unterer Blutdruckwert |
| Puls | 72 Schlaege/Min | Herzfrequenz in Ruhe |
| Arm | Links / Rechts | Konsistenz der Messung |
Eine detaillierte Anleitung zum korrekten Messen finden Sie in unserem Ratgeber Blutdruck richtig messen. Die richtige Messtechnik ist die Voraussetzung dafuer, dass die Werte in Ihrem Tagebuch auch aussagekraeftig sind.
Die optionalen Zusatzangaben
Fuer eine noch bessere Auswertung koennen Sie zusaetzlich notieren:
- Medikamente: Welche Blutdruckmedikamente haben Sie eingenommen? Zu welcher Uhrzeit? Diese Information ist besonders bei Therapieaenderungen wichtig.
- Befinden: Wie fuehlen Sie sich? Kopfschmerzen, Schwindel, Muedigkeit? Symptome im Zusammenhang mit Blutdruckwerten koennen aufschlussreich sein.
- Besonderheiten: Stress auf der Arbeit, schlecht geschlafen, Sport gemacht, viel Kaffee getrunken, salziges Essen. Diese Zusatzinformationen helfen, Schwankungen zu erklaeren.
- Koerpergewicht: Einmal pro Woche das Gewicht zu notieren ist sinnvoll, da Gewichtsreduktion den Blutdruck signifikant beeinflusst.
Beispieleintrag
So koennte ein vollstaendiger Tagebucheintrag aussehen:
| Datum | Uhrzeit | Systolisch | Diastolisch | Puls | Arm | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 07.02.2026 | 07:10 | 142 | 88 | 74 | Links | Vor Medikamenteneinnahme |
| 07.02.2026 | 07:15 | 138 | 85 | 72 | Links | Zweite Messung |
| 07.02.2026 | 21:00 | 128 | 79 | 68 | Links | Nach 30 Min Spaziergang |
Tipp: Messen Sie immer zweimal hintereinander mit einer Minute Pause dazwischen und notieren Sie beide Werte. Der Durchschnitt der beiden Messungen ist aussagekraeftiger als eine Einzelmessung.
Wann und wie oft messen?
Die Haeufigkeit der Messungen haengt von Ihrer Situation ab. Grundsaetzlich gilt: Lieber regelmaessig und zur gleichen Tageszeit messen als sporadisch und unstrukturiert.
Bei neu diagnostiziertem Bluthochdruck
In den ersten Wochen nach der Diagnose empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga eine intensive Messphase:
- Morgens: 1 Messung zwischen 6:00 und 9:00 Uhr, vor der Medikamenteneinnahme und vor dem Fruehstueck
- Abends: 1 Messung zwischen 18:00 und 21:00 Uhr
- Dauer: Mindestens 7 Tage am Stueck, besser 14 Tage
- Jeweils 2 Messungen im Abstand von 1-2 Minuten
Diese Messreihe liefert Ihrem Arzt ein umfassendes Bild und ist die Grundlage fuer die Therapieplanung.
Bei stabiler Therapie
Wenn Ihr Blutdruck gut eingestellt ist und die Medikation nicht veraendert wird:
- 2-3 Mal pro Woche morgens und abends messen
- Eine Intensivwoche pro Monat: 7 Tage lang morgens und abends messen, um den Verlauf zu dokumentieren
- Vor jedem Arzttermin: 7 Tage lang intensiv messen, damit der Arzt aktuelle Daten hat
Bei Medikamentenumstellung
Wenn Ihr Arzt die Medikamente aendert (neues Praeparat, andere Dosis):
- Taeglich morgens und abends messen
- Mindestens 2 Wochen nach der Umstellung
- Auf Nebenwirkungen achten: Schwindel, Muedigkeit und Befinden notieren
Wann NICHT messen
Es gibt auch Situationen, in denen eine Messung wenig aussagekraeftig ist:
- Direkt nach Sport: Warten Sie mindestens 30 Minuten
- Nach Kaffee oder Alkohol: 30 Minuten Abstand halten
- Bei starker Aufregung: Die Werte sind kuenstlich erhoehter
- Auf der Toilette: Volle Blase erhoeht den Blutdruck um bis zu 10 mmHg
Messen Sie unter moeglichst gleichen Bedingungen: gleiche Tageszeit, gleicher Arm, gleiche Sitzposition. So sind die Werte vergleichbar.
Blutdruck aufschreiben: Papier oder digital?
Ob Sie Ihre Werte in ein gedrucktes Tagebuch eintragen oder eine App nutzen, haengt von Ihren persoenlichen Vorlieben ab. Beide Methoden haben Staerken und Schwaechen.
Das klassische Papier-Tagebuch
Viele Aerzte und Apotheken geben kostenlose Blutdruck-Tabellen zum Ausdrucken heraus. Auch die Deutsche Hochdruckliga bietet einen Blutdruckpass an.
Vorteile:
- Kein technisches Wissen noetig
- Immer griffbereit, kein Akku noetig
- Uebersichtlich auf einen Blick
- Einfach zum Arzttermin mitnehmen
- Kostenlos verfuegbar (Apotheke, Hochdruckliga, Internet)
Nachteile:
- Keine automatische Auswertung oder Diagramme
- Kann verloren gehen
- Fehleingaben durch unleserliche Handschrift
- Kein automatischer Durchschnittsberechnung
- Umstaendlich bei langen Zeitraeumen
Fuer wen geeignet? Ideal fuer Menschen, die wenig Erfahrung mit Smartphones haben oder ein einfaches System bevorzugen. Auch als Ergaenzung zu digitalen Messgeraeten sinnvoll.
Das digitale Blutdruck-Tagebuch
Moderne Blutdruckmessgeraete uebertragen die Werte per Bluetooth direkt in eine App. Aber auch ohne solche Geraete koennen Sie Apps nutzen und die Werte manuell eintragen.
Vorteile:
- Automatische Auswertungen und Grafiken
- Durchschnittswerte werden berechnet
- Trends ueber Wochen und Monate sichtbar
- Export als PDF fuer den Arzt
- Erinnerungsfunktion ans Messen
- Manche Geraete uebertragen Werte automatisch
- Datensicherung in der Cloud moeglich
Nachteile:
- Smartphone und App erforderlich
- Datenschutz: Gesundheitsdaten auf fremden Servern
- Einarbeitung noetig
- Abhaengigkeit von Technik (Updates, Kompatibilitaet)
- Manche gute Apps kosten Geld
Fuer wen geeignet? Ideal fuer technikaffine Menschen, die gerne Trends analysieren, und fuer alle, die ein Bluetooth-faehiges Blutdruckmessgeraet besitzen.
Die Kombination: Der beste Weg
Viele Experten empfehlen eine Kombination: Messen Sie mit einem digitalen Geraet, das die Werte in einer App speichert, und drucken Sie regelmaessig eine Zusammenfassung fuer Ihren Arzt aus. So haben Sie die Vorteile beider Welten: die einfache Auswertung der App und ein papierenes Backup.
Tabellenkalkulation als Alternative
Eine oft uebersehene Option ist die einfache Tabellenkalkulation (Excel, Google Sheets). Sie koennen sich eine eigene Blutdruck-Tabelle erstellen mit genau den Spalten, die Sie brauchen. Der Vorteil: volle Kontrolle ueber die Daten, einfache Diagrammerstellung und kein Datenschutzrisiko durch Drittanbieter-Apps.
Blutdruck-Werte richtig interpretieren
Das Blutdruck-Tagebuch ist nur so wertvoll wie Ihre Faehigkeit, die Werte einzuordnen. Hier sind die wichtigsten Grundlagen:
Die Klassifikation der Blutdruckwerte
| Kategorie | Systolisch (mmHg) | Diastolisch (mmHg) |
|---|---|---|
| Optimal | unter 120 | unter 80 |
| Normal | 120-129 | 80-84 |
| Hochnormal | 130-139 | 85-89 |
| Bluthochdruck Grad 1 | 140-159 | 90-99 |
| Bluthochdruck Grad 2 | 160-179 | 100-109 |
| Bluthochdruck Grad 3 | ab 180 | ab 110 |
Eine ausfuehrliche Erklaerung aller Werte finden Sie in unserem Artikel Blutdruck Normalwerte & Tabelle.
Auf den Durchschnitt kommt es an
Ein einzelner hoher Wert ist kein Grund zur Panik. Entscheidend ist der Durchschnitt ueber mehrere Tage. Die Empfehlung:
- Berechnen Sie den Durchschnitt einer Messwoche (morgens und abends separat)
- Lassen Sie den ersten Messtag einer Messreihe weg, da die Werte oft erhoehter sind (Aufregung beim Messen)
- Vergleichen Sie die Wochendurchschnitte ueber die Monate
Worauf Sie im Tagebuch achten sollten
- Morgendliche Blutdruckspitzen: Viele Menschen haben morgens zwischen 6:00 und 10:00 Uhr die hoechsten Werte. Das ist normal, aber besonders hohe Morgenspitzen (ueber 160 mmHg) sollten Sie dem Arzt zeigen.
- Grosse Schwankungen: Wenn Ihre Werte stark schwanken (z.B. 120/75 an einem Tag und 155/95 am naechsten), kann das auf bestimmte Ausloeser hinweisen. Notieren Sie Begleitumstaende.
- Naechtliche Werte: Normalerweise sinkt der Blutdruck nachts um 10-20%. Wenn Sie ein 24-Stunden-Messgeraet tragen und dieser Abfall ausbleibt (sogenannte Non-Dipper), ist das ein Risikofaktor.
- Dauerhaft erhoehte Werte: Wenn Ihr Tagesdurchschnitt ueber 135/85 mmHg liegt (Heimmessung), sprechen Leitlinien von Bluthochdruck. Dieser Grenzwert liegt bewusst unter dem Praxiswert von 140/90 mmHg.
Wann Sie den Arzt kontaktieren sollten
Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn:
- Ihr Durchschnitt trotz Medikation dauerhaft ueber 135/85 mmHg liegt
- Einzelwerte wiederholt ueber 180/110 mmHg auftreten
- Sie Symptome wie Kopfschmerzen, Sehstoerungen oder Brustschmerzen bemerken
- Die Werte sich nach einer Medikamentenumstellung nicht verbessern
Mehr zu moeglichen Komplikationen bei Bluthochdruck finden Sie in unserem ausfuehrlichen Ratgeber.
Blutdruck-Tagebuch mit dem Arzt besprechen
Das Blutdruck-Tagebuch entfaltet seinen groessten Nutzen, wenn Sie es regelmaessig mit Ihrem Arzt teilen und besprechen.
Vorbereitung auf den Arzttermin
- Mindestens 7 Tage vor dem Termin morgens und abends messen
- Durchschnittswerte berechnen (oder von der App berechnen lassen)
- Auffaelligkeiten markieren: Besonders hohe oder niedrige Werte, ungewoehnliche Schwankungen
- Fragen notieren: Was ist Ihnen aufgefallen? Was moechten Sie besprechen?
Was der Arzt aus dem Tagebuch ablesen kann
Ein lueckenloses Blutdruck-Protokoll gibt dem Arzt wertvolle Informationen:
- Therapieerfolg: Wirkt die aktuelle Medikation ausreichend?
- Tagesrhythmus: Wann sind die Werte am hoechsten? Muss die Einnahmezeit der Medikamente angepasst werden?
- Weisskittel-Effekt: Sind die Praxiswerte deutlich hoeher als die Heimwerte?
- Maskierte Hypertonie: Sind die Heimwerte hoeher als in der Praxis? (Betrifft etwa 10-15% aller Patienten)
- Lebensstilaenderungen: Zeigen Sport, Ernaehrungsumstellung oder Stressreduktion Wirkung?
Digitale Werte teilen
Wenn Sie eine App nutzen, koennen Sie die Daten oft als PDF exportieren und dem Arzt per E-Mail senden oder ausgedruckt mitbringen. Fragen Sie Ihre Praxis, welches Format bevorzugt wird. Viele moderne Praxen koennen digitale Daten direkt in die Patientenakte uebernehmen.
Typische Fehler beim Blutdruck-Tagebuch
Auch beim Fuehren eines Blutdrucktagebuchs gibt es haeufige Fehler, die die Aussagekraft der Daten verringern:
Fehler 1: Nur bei erhoehten Werten messen
Manche Menschen messen nur, wenn sie sich unwohl fuehlen oder vermuten, dass der Blutdruck hoch ist. Das verzerrt das Bild: Im Tagebuch stehen dann ueberproportional viele hohe Werte, und der Arzt bekommt einen falschen Eindruck.
Besser: Regelmaessig zu festen Zeiten messen, unabhaengig vom Befinden.
Fehler 2: Werte nachtraeglich aendern
Widerstehen Sie der Versuchung, besonders hohe oder niedrige Werte zu “korrigieren” oder wegzulassen. Jeder Wert ist eine Information. Auch Ausreisser koennen wichtig sein.
Fehler 3: Zu selten messen
Eine Messung pro Woche reicht nicht aus, um ein zuverlaessiges Bild zu bekommen. Mindestens 2-3 Messungen pro Woche, in Intensivphasen taeglich morgens und abends.
Fehler 4: Immer am anderen Arm messen
Messen Sie grundsaetzlich immer am gleichen Arm. Beim Arzt wurde festgestellt, welcher Arm den hoeheren Wert zeigt. Diesen Arm verwenden Sie fuer die Routinemessung. Unterschiede zwischen beiden Armen von mehr als 10 mmHg sollten aerztlich abgeklaert werden.
Fehler 5: Keine Begleitumstaende notieren
Reine Zahlenkolonnen ohne Kontext sind schwer zu interpretieren. Ein Wert von 155/95 mmHg nach einem stressigen Arbeitstag ist anders zu bewerten als derselbe Wert nach einem ruhigen Vormittag. Notieren Sie immer, was den Tag besonders gemacht hat.
FAQ: Haeufige Fragen zum Blutdruck-Tagebuch
Wie lange sollte ich ein Blutdruck-Tagebuch fuehren?
Grundsaetzlich so lange, wie Sie Bluthochdruck haben, also in den meisten Faellen dauerhaft. Besonders intensiv sollten Sie in den ersten Wochen nach der Diagnose und bei jeder Therapieaenderung dokumentieren. Bei stabil eingestelltem Blutdruck reichen Intensivwochen (7 Tage lang morgens und abends) einmal im Monat und vor jedem Arzttermin. Das Tagebuch ist ein langfristiger Begleiter, kein kurzfristiges Projekt.
Welche App ist die beste fuer ein Blutdrucktagebuch?
Es gibt zahlreiche Apps fuer Android und iOS. Achten Sie auf folgende Merkmale: Moeglichkeit zur manuellen Eingabe und Bluetooth-Uebertragung, Berechnung von Durchschnittswerten, Exportfunktion (PDF oder CSV) fuer den Arzt, Erinnerungsfunktion und Datenschutz (Serverstandort in der EU, keine Weitergabe der Daten). Viele Blutdruckmessgeraete-Hersteller bieten eigene, kostenlose Apps an, die nahtlos mit dem jeweiligen Geraet zusammenarbeiten.
Reicht es, die Werte im Blutdruckmessgeraet zu speichern?
Viele moderne Blutdruckmessgeraete speichern die letzten 60 bis 200 Messungen. Das ist besser als nichts, hat aber Einschraenkungen: Sie koennen keine Begleitumstaende notieren, die Daten lassen sich nicht einfach dem Arzt zeigen, und wenn der Speicher voll ist, werden aeltere Werte ueberschrieben. Die Geraetespeicherung ist eine gute Basis, ersetzt aber kein vollstaendiges Blutdruck-Tagebuch mit Zusatzinformationen.
Muss ich wirklich zweimal hintereinander messen?
Ja, die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt, zwei Messungen im Abstand von 1-2 Minuten durchzufuehren und beide Werte zu notieren. Die erste Messung ist oft hoeher als die zweite, weil der Koerper sich erst an die Manschette und die Situation gewoehnt. Der Durchschnitt beider Messungen ist genauer als eine Einzelmessung. Wenn die Zeit knapp ist, ist eine sorgfaeltige Einzelmessung aber immer noch besser als gar keine Messung.
Kann mein Arzt mir ein Blutdruck-Tagebuch geben?
Ja, die meisten Hausaerzte und Kardiologen haben vorgefertigte Blutdruck-Paesse und Tagebuecher vorraeting, oft von der Deutschen Hochdruckliga oder Pharmaunternehmen. Auch Apotheken geben kostenlose Blutdruckpaesse ab. Sie koennen sich auch eine Blutdruck-Tabelle im Internet herunterladen und ausdrucken. Wichtig ist nicht das Format, sondern dass Sie es regelmaessig und vollstaendig fuehren.
Ihr Blutdruck-Tagebuch als Gesundheitswerkzeug
Ein Blutdruck-Tagebuch ist mehr als eine Liste von Zahlen. Es ist ein aktives Werkzeug, mit dem Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt Ihren Bluthochdruck besser verstehen und kontrollieren koennen. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Messen Sie regelmaessig zu festen Zeiten, idealerweise morgens und abends.
- Notieren Sie mehr als nur die Werte: Uhrzeit, Arm, Befinden und Besonderheiten machen das Tagebuch wertvoll.
- Ob Papier oder App: Hauptsache, Sie fuehren es konsequent.
- Teilen Sie die Daten mit Ihrem Arzt bei jedem Termin. Das Tagebuch ist die Grundlage fuer gute Therapieentscheidungen.
- Lassen Sie keine Werte weg: Auch hohe Werte gehoeren dokumentiert.
- Achten Sie auf Trends statt auf einzelne Messwerte. Der Durchschnitt zaehlt.
Wenn Sie noch unsicher beim Messen sind, lesen Sie unsere ausfuehrliche Anleitung zum Blutdruck richtig messen. Und wenn Sie wissen moechten, was Ihre gemessenen Werte genau bedeuten, hilft Ihnen unser Artikel zu Blutdruck Normalwerten weiter.
Beginnen Sie noch heute mit Ihrem Blutdruck-Tagebuch. Es dauert nur zwei Minuten pro Messung, und die Informationen, die Sie damit sammeln, koennen einen echten Unterschied fuer Ihre Gesundheit machen.
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich der Information und ersetzt keine aerztliche Beratung. Bei Bluthochdruck sollten Sie immer einen Arzt konsultieren. Die Angaben basieren auf Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga und der European Society of Hypertension, ersetzen jedoch keine individuelle medizinische Beratung.
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